Mama lernt Deutsch

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Partizipation am alltäglichen und öffentlichen Leben, ist die Beherrschung der Landessprache. Dies stellt viele Menschen mit Migrationshintergrund oft vor eine schwere Aufgabe.

 

Wenn jedoch die 5-Jährige Fufu vormittags im Kindergarten tobt und ihr Bruder Hamid in der Schule ist, geht ihre Mutter in die Schule. "Die lernt Deutsch!", sagt das kleine Mädchen fast akzentfrei, "das kann sie ja noch nicht so gut!". Das syrische Mädchen umreißt damit in einem Satz die ganze Problematik vieler Frauen mit Migrationshintergrund. Es ist egal, ob die Familien schon länger in Deutschland wohnen oder sie erst seit kurzem als Flüchtlinge hier sind. Gerade die Frauen führen den Haushalt und ziehen die Kinder groß, haben aber oft keinerlei Kontakt zur deutschen Bevölkerung und somit resultierend auch keine, oder schlechte deutsche Sprachkenntnisse.

 

Auch im Kindergarten oder in der Schule gibt es mit den ErzieherInnen und LehrerInnen immer wieder Probleme: Die Mütter und das jeweilige Personal können kaum miteinander sprechen, und oft muss ein Dolmetscher hinzugezogen werden, der manchmal schwer zu finden ist.

 

Aus diesem Grund bietet die Familienbildungsstätte Bad Neuenahr- Ahrweiler im Rahmen des Projektes „Schultüte plus“, den Eingliederungskurs „Mama lernt Deutsch“ an. Dieser Kurs richtet sich hauptsächlich an Mütter, die zusammen Deutsch für den Alltag lernen wollen und somit in die Lage versetzt werden sollen, sich am alltäglichen Leben beteiligen zu können.

 

Abgesehen vom lebendigen interkulturellen Austausch gibt es zahlreiche Themenkomplexe, die behandelt werden. Diese sind aus der direkten Lebenswirklichkeit der Frauen und reichen von Kindergarten/ Schule, über meine Familie, Gesundheit und Wohnen, usw. Auch aktuelle Interessen der Teilnehmerinnen werden aufgegriffen. So können offizielle Schreiben vom Gesundheitsamt, die zu der nächsten U- Untersuchung für die Kinder einladen, zu einer großen, sprachlichen Hürde werden. Anhand dieses Beispiels wird den Frauen erklärt: „Was ist das für ein Schreiben?“, Warum bekomme ich es?“, „Wo ist der nächste Kinderarzt?“ und „Wie komme ich dorthin?“.

 

Ein Problem mit der Kinderbetreuung gibt es auch nicht, denn der Sprachunterricht findet in einem Kursraum der Schule statt, während die Kinder unten in der Klasse oder im Kindergarten bestens aufgehoben sind.

 

Den Teilnehmerinnen entstehen keine Kosten, diese werden vom Land Rheinland-Pfalz übernommen.

 

Ab April startet wieder ein neuer Kurs in der Grundschule Burgbrohl. Anmelden können sich Interessierte gerne in den Kindergärten In Burgbrohl, Burgbrohl- Weiler und Niederzissen, sowie bei Herrn Schick in der Grundschule Burgbrohl. Der Seiteneinstieg ist jederzeit möglich!

 

Die Kursleitung freut sich auf alle Teilnehmerinnen!